01.12.2025


Ein besonderer Gedenktag

Der Tod eines Kindes ist ein tief einschneidender Moment im Leben von Eltern. Abschied nehmen zu müssen, ist schier unvorstellbar, erscheint unmöglich. Der Weltgedenktag für verstorbene Kinder setzt ein Zeichen der Solidarität. Er wird immer am zweiten Sonntag im Dezember – in diesem Jahr dem 14.12.2025 – begangen. International ist er als Candle Lighting Day bekannt. Diesen haben 1997 “The Compassionate Friends”, eine Selbsthilfeorganisation für trauernde Eltern und Geschwister, ins Leben gerufen.

 

Wie wird der Tag begangen?

Menschen überall auf der Welt zünden um 19 Uhr Ortszeit Kerzen an und stellen sie in die Fenster. Jede Kerze erinnert an ein verstorbenes Kind. Sie steht dafür, dass es das Leben erhellt hat und nicht vergessen wird. Durch die Zeitverschiebung ergibt sich durch verlöschende und neu entzündete Kerzen eine symbolische Lichterkette, die die ganze Welt umspannt. Viele betroffene Familien müssen in ihrem “Mikrokosmos” mit Trauer, Wut, Verzweiflung und Erinnerung umgehen. Die Lichtaktion ist ein Akt gemeinsamen Gedenkens vieler Betroffener und soll Mut zur Trauer geben. 

 

Welche Dimension steckt hinter der Trauer?

Laut Statistischem Bundesamt sind im letzten Jahr 2.245 Kinder in ihrem ersten Lebensjahr verstorben. Das ist eine erschreckende Zahl. Durch Krankheit, Unfälle und Verbrechen kommen leider viele weitere Fälle hinzu. Sodass pro Jahr etwa 20.000 tote Kinder und Jugendliche in Deutschland zu beklagen sind. Es bleiben Eltern, Geschwister, Familien und Freunde perspektivlos zurück. Sie haben nicht nur einen Menschen verloren, sondern sind auch einer gemeinsamen Zukunft beraubt, die von Hoffnung geprägt war. In Eltern bricht das Selbstverständnis, für ihr Kind da zu sein. Viele müssen einen Weg finden, überhaupt trauern zu können und so in den Alltag zurückzufinden. Dieser wird immer von einem besonderen Schmerz gekennzeichnet sein wird. 

 

Können Aktionen wie der Lichttag helfen?

Gemeinschaftliches Gedenken ist ein Ausdruck von Solidarität. Der Austausch mit anderen betroffenen Eltern kann helfen, sich gesehen zu fühlen. Mit der Botschaft: “Dein Kind ist nicht vergessen.” Daher organisieren viele Eltern, Selbsthilfegruppen und Gemeinden am Weltgedenktag Aktionen, die über das Kerzenritual hinausgehen. Das können Gedenkgottesdienste oder interreligiöse Feiern sein. Oft werden dann die Namen der Kinder genannt. Vielerorts lassen Menschen Luftballons steigen, singen und basteln gemeinsam oder stellen Steine, Schmetterlinge oder Engelsfiguren auf.   

 

Wir geben in einer Trauergruppe Eltern den Raum zum Austausch mit anderen Betroffenen, um Wege in der Trauer zu finden. 

Ihre Pietät Sturm